PVC-Recycling bedroht – EU-Parlament stimmt gegen Bleibeschränkung


Am 12. Februar lehnte das EU-Parlament einen von der Europäischen Kommission zur Abstimmung gestellten Vorschlag für einen delegierten Rechtsakt ab, der die Verwendung von Bleistabilisatoren im Rahmen von REACH (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe) einschränken sollte. Der Vorschlag sah unter anderem eine Ausnahme für Blei in bestimmten PVC-Bauprodukten wie Fenstern und Türen vor. EPPA bedauert diese Abstimmung und betrachtet sie als einen Schritt gegen die Kreislaufwirtschaft.


"Dieses Votum widerspricht der strengen wissenschaftlichen Bewertung der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), die zu dem Schluss kam, dass das Recycling derzeit die beste Lösung für PVC-Abfälle mit diesen Additiven ist", so die Arbeitsgruppe PVC und Umwelt (AGPU) und das europäische Nachhaltigkeitsprogramm Vinyl Plus®.


Was sind mögliche nächste Schritte?

Die Kommission muss nun entscheiden, wie sie weiter vorgehen will. Sie kann den Vorschlag ändern oder das gesamte Rechtsverfahren neu beginnen, was etwa vier Jahre dauert. Letztendlich wird ein Vorschlag erneut vom Europäischen Parlament geprüft, und das Parlament muss entscheiden, ob es die Kreislaufwirtschaft unterstützen will oder nicht.


Welcher Weg soll eingeschlagen werden?

"Die Entscheidung ist nicht, ob wir gegen oder für Blei sind. Wissenschaftliche Fakten sagen uns, dass es ein giftiger Stoff ist. Wir müssen jedoch einen Weg finden, um mit Stoffen aus der Vergangenheit umzugehen, über die wir heute mehr wissen als vor 50 Jahren. Das gilt nicht nur für Blei in PVC-Produkten. Es ist der Fall für alle Stoffe in allen langlebigen Produkten. Die wissenschaftliche Bewertung der ECHA hat gezeigt, dass die Freisetzung am besten durch Recycling kontrolliert und verhindert werden kann. Alternativen wie die Verbrennung (und die Deponierung, die langfristig ebenfalls zur Verbrennung führen wird, während die Auslaugung in der Zwischenzeit weniger kontrolliert werden kann) würden die meisten dieser giftigen Stoffe in die Luft freisetzen. Das chemische Recycling von Hart-PVC-U ist heute eine ebenso gute Lösung wie die Entsendung von Menschen zum Mars. Es ist etwas, in das man investieren und forschen sollte, aber es ist weder heute noch nächste Woche eine praktikable Lösung. Wir müssen alle Akteure davon überzeugen, verantwortungsvoll mit der Umwelt und der menschlichen Gesundheit umzugehen. Dafür stehen wir in dieser Diskussion", sagt Charlotte Röber, Geschäftsführerin der EPPA.


Aktuelle Informationen und weitere Aussagen zum Thema finden Sie in der EPPA-Pressemitteilung (EN) und in der Presseinformation von VinylPlus (EN).


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